Der Betrachter ist fasziniert von der Intensität der Linie, die sich ohne Schraffuren und Verwischungen im Blatt zur körperlichen und räumlichen Einheit vollzieht. Das lineare Element erhält in der Fotografie dagegen einen experimentellen Charakter, wobei Knaus allein mit einfachsten technischen Mitteln ohne jegliche Art von digitaler Bildbearbeitung arbeitet. Durch die Mehrfachbelichtung der Zeichnungen und Schriften mit der Taschenlampe entstehen mehrere Raum- und Realitätsebenen, die den Betrachter in orientierungslose, traumähnliche Situationen miteinbeziehen. Die gestischen Bewegungen seiner Hand mit der Taschenlampe belegen, wie seine Kunst spontan im Raum entsteht. Der Raum selbst wird zum Ort des zeichnerischen Tuns. Die Fotografie bildet eine verlorene Geste nach oder archiviert Impuls und Bewegung.
Fotografie ist für Stefan Knaus ein Abenteuer mit offenen Ausgang, d.h. er kommt in seiner Arbeit zu Ergebnissen, die auch für ihn selbst immer wieder überraschend sind, denn die Fotoarbeiten sind ähnlich wie seine Zeichnungen nur begrenzt planbar. Genau diese schöpferische Lücke zwischen Vorhaben und Resultat macht den Reiz dieser experimentellen, oft spielerischen Grundhaltung aus.
| 1965 |
geboren in Aalen |
| bis 1995 |
Ausbildung und Tätigkeit als Industriemechnaniker
Fachhochschulstudium im Studiengang Verpackungstechnik in
Stuttgart / Vahingen |
| 1996 - 2002 |
Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart der freien Grafik bei Prof. Baumgartl und Prof. Güdemann |
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