Ausgehend von der Existenz von gasförmigen, flüssigen und
festen Formen in der Natur entwickelt er diesen entsprechend Raum
umschließende, Raum teilende und Raum einschließende Formen
in der Bildhauerei. Ausgehend
auch von der Überlegung, dass sich die Stofflichkeiten in der
Natur von einem Status in einen anderen verändern, entwickelt
Max Schmitz die einzelnen Elemente aus dem gleichen Volumen. Wie wir
bei der „Trais“ von 1988 aus Cor-ten-stahl beobachten,
hat die feste, Raum einschließende Form unten das gleiche Volumen
wie die flüssige, Raum teilende Fläche. Hierbei interessiert
ihn auch die vierte Dimension, die Verwobenheit von Raum und Zeit.
Wenn wir als Besucher um die Plastik herumgehen, erleben wir von verschiedenen
Blickwinkeln heraus jeweils eine offene, sich ausdehnende oder eine
geschlossene Form, die sich scheinbar zu einem Fluchtpunkt in der
Tiefe orientiert, wodurch die Plastik obgleich ihrer Materialität
dynamisch und energetisch wirkt. Schmitz selbst meint zur Gestaltung
seiner Figurationen, dass ein „massiver Stahlblock sich grundsätzlich
nicht von dem entsprechenden Volumen Luftraum unterscheidet“.
Lediglich ihre Dichte und Wirkung unterscheiden sich so, wie ein tiefer
und ein hoher Ton durch die Anzahl der Schwingungen unterschieden
sind. Der Betrachter erlebt hier die natürlichen Vorgänge
des Werdens und Vergehens in endloser Folge ins Universum.
Anfang der 70er Jahre entwickelte Schmitz die Koordinatoren. Koordinaten sind jene Zahlen, durch die geometrische Gebilde im Raum festgelegt werden, in seinem Fall Menschen und Köpfe. Seine Werke gliedern sich in die Koordinate der horizontalen Seh- und Sprechebene oder Armebene als die aktiven Parts und der vertikalen Gehör- und Nasen oder Beinebene. In der kleineren Plastik „Zum Gehen braucht man doch den Kopf, Monsieur Rodin“ bezieht Schmitz sich auf den Ausspruch von Rodin, der meinte, zum Laufen braucht man nur Arme und Beine, nicht den Kopf. Schmitz´Plastik belehrt uns eines Besseren. 
| 1936 |
geboren in Oberhausen |
| 1957 - 1959 |
Studium der Ägyptologie, Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität München |
| 1959 - 1962 |
Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Fritz Klemm und Prof. Hans Kindermann |
| 1963 |
Freier Mitarbeiter bei Wilhelm Loth, Karlsruhe |
| 1963 - 1965 |
Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Rudolf Hoflehner |
| 1965 - 1967 |
Assistent von Rudolf Hoflehnereit |
| seit 1973 |
Mitglied des Deutschen Künstlerbundes |
| seit 1975 |
Mitglied des Künstlerbund Baden-Württemberg |
| seit 1984 |
Mitglied der Künstlervereinigung "Konstruktive Tendenzen" |
Max Schmitz lebt und arbeit in Leonberg-Warmbronn und Teneriffa.
Zurück zur Übersicht
|