Mariel Gottwick Gottwick setzt ihren künstlerischen Ansatz in der Reflexion der Kundenmanipulation an. Treffsicher beleuchtet sie die marketingtechnischen Strategien der Konsumgüterindustrie und macht sie mit einem liebevollen Augenzwinkern dem ertappten Konsumenten transparent. Aus ihrer Werkserie "Pralinare" liegen beispielsweise auf dem Fernsehtisch des von ihr zusammengestellten Wohnzimmerambiente die Toffifeeverpackungen als geometrisch in der Perspektive verzogene Fotoobjekte.
Dadurch, dass die Wegwerfverpackung von Gottwick künstlerisch erhöht, gleichsam auf den Gipssockel gestellt wird, wird sich der Betrachter der Absurdität der Manipulationsindustrie bewusst. Der Werkserie "gratis", die sie 2003 im Museum der Stadt Waiblingen zeigte, entstammte das als Lampe gestaltete Mandala "Mitmachen & sammeln". Das Mandala besticht in seiner farbästhetischen Gestaltungsform aus Überraschungseierfiguren und entlarvt damit die konsumorientierte Strategie, dass diese Gratisfiguren allein durch ihren Schein zum Kaufen des anvisierten Produktes animierten.
1954
geboren in Paderborn
1974 - 1978
Studium der visuellen Kommunikation, Hochschule für Künste Berlin
1978 - 1985
Studium der Kunsterziehung, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
seit 1985
Künstlerin, Desingerin und Dozentin
seit 2002
Dozentin an der Fachhochschule für Wirtschaft und Medien Calw