GalerieHaus 42 | Galerie für moderne Kunst in Gerlingen, Leonberg, Stuttgart, Dr. Andrea Wolter-Abele



GalerieHaus 42 | Galerie für moderne Kunst in Gerlingen, Leonberg, Stuttgart, Dr. Andrea Wolter-Abele Ingrid Dahn
Seit den 80er Jahren gestaltet Dahn Werke mit den Materialien Plexiglas und Aluminium. Die beiden Materialien, die vom Gewicht her etwa gleich sind, werden in Platten und Blöcken geliefert. Große Formen lässt sie bereits maschinell sägen und fräsen, bevor Dahn diese mit der Schleifmaschine bearbeitet. Danach folgt die tage- und wochenlange präzise Detailarbeit mit Feilen, Schleifen und Polieren, wobei das Hervorheben der dichten, matten, durchlässigen und glänzenden Flächen für die Künstlerin zu einem Spannungsmoment wird, den der Betrachter letztendlich auch als solchen erlebt.


In Dahns Plastiken, beispielsweise „Doppelfigur“ oder „der Schein trügt nicht“ erkennt der Betrachter im Zentrum der Plastik eine weibliche Aluminiumfigur, gebildet aus den Einzelelementen wie Ovale, Kegel und Kugeln. Die zentrale Figuration begegnet dem Betrachter in einem sehr konzentrierten Ausdruck, sie ist jedoch keineswegs symmetrisch. Bei genauer Betrachtung Dahnscher Figuren erkennt der Betrachter leichte Verschiebungen von vertikalen Flächen, die der gesamten Gestaltung, dem gesamten Körpersystem eine Bewegung, Dynamik verleiht. In ihrer langgliedrigen Ausführung erweckt die Gestaltung Assoziationen an Schlemmers Triadisches Ballett sowie an Werke von Avramides.

Doch Dahn beläßt es nicht bei geometrischen, konstruktiven Ausformulierungen, vielmehr entläßt sie ihre Aluminiumfiguren in den Raum, die sich in Form der geschliffenen und polierten Plexiglasblöcke im Zustand der Durchsichtigkeit bis hin zur Immaterialität auflösen.

In „der Schein trügt nicht“ sind horizontale und vertikale Aluminiumplatten, die die Ausdehnungen des Menschen, auch Koordinaten des menschlichen Körpers bezeichnet, in vier zentrierte, in ihrer Spiegelungsachse ausgerichtete Plexiglasblöcke eingegliedert.

Ingrid Dahns künstlerische Sprache zeichnet sich neben ihren anthropomorphen Formen vorrangig durch ihre charakteristische Parabelform aus. 1980 bereits verwies der Philosoph Max Bense in einem Ausstellungskatalog, daß Ingrid Dahn nach "Malewitschs Quadraten und Bills möbiusschen Flächen, die geometrischen Gebilde der Kunst um die Parabel vermehrt hat“. In ihrer Bearbeitung von unterschiedlichen Dichtigkeitsgraden vermag allein die Parabel die Grenze zwischen der Figur und dem Raum aufzulösen. GalerieHaus 42 | Galerie für moderne Kunst in Gerlingen, Leonberg, Stuttgart, Dr. Andrea Wolter-Abele

1939 in Schwedt/Oder geboren
1959 - 1962 Studium an der Kunstakademie bei H. Kindermann
1963 - 1965 Studium an der Staatlichen Kunstakademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei R. Hoflehner und Studium der Wissenschaftlichen Politik an der TH Stuttgart
seit 1966 freie Bildhauerin
Ingrid Dahn lebt und arbeitet in Leonberg/Warmbronn und Teneriffa.


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